Religionspädagogik im Advent

Religionspädagogik im Advent: Warum Warten das schönste Geschenk ist

Wie wir in den Katholischen Kitas Ruhr den Zauber von Weihnachten entfachen und Werte fürs Leben pflanzen.

Die Adventszeit ist für Familien oft eine besondere, zugleich aber auch herausfordernde Zeit zwischen Vorfreude und Hektik. In den Katholischen Kitas Ruhr nutzen wir diese Wochen bewusst als intensive Bildungszeit. Für uns ist Elementarbildung in allererster Linie ein sozialer Prozess, der auf sicheren Bindungen im alltäglichen Miteinander beruht. Gerade im Advent schaffen wir verlässliche Strukturen, die Kindern Orientierung und Halt bieten. Anstatt nur auf das große Fest zu warten, gestalten wir die Zeit aktiv: Wir vermitteln Werte, stärken das Gemeinschaftsgefühl und ermöglichen den Kindern, sich mit ihrer Umwelt und religiösen Themen intensiv auseinanderzusetzen.

Mehr als nur Dekoration: Der tiefere Sinn unserer Adventsrituale

 

Vielleicht fragen Sie sich: "Was lernen Kinder eigentlich, wenn sie jeden Morgen eine Kerze anzünden?" Für uns ist religiöse Bildung kein isoliertes "Schulfach", sondern eine Querschnittsaufgabe, die den gesamten Alltag durchdringt. Gerade in einer Welt, die immer komplexer und pluralistischer wird, brauchen Kinder einen Ort, an dem sie Antworten auf ihre Fragen finden.

Warum ist der Advent bei uns so wichtig?

Weil wir Kinder als Akteure ihrer eigenen Entwicklung verstehen. Wenn wir uns morgens im Adventskreis versammeln, schaffen wir eine Atmosphäre des Vertrauens. In dieser Geborgenheit trauen sich Kinder, die großen Fragen des Lebens zu stellen: Wozu lebe ich? Worauf hoffe ich?

Unser pädagogisches Credo:

"All unser pädagogisches Handeln ist von unserer grundlegenden Überzeugung geprägt, dass Kinder Akteure ihrer eigenen Entwicklung sind."

Praxis-Einblick: So erleben Kinder die Weihnachtsgeschichte

Wir erzählen nicht nur Geschichten, wir lassen Kinder den Glauben "begreifen". Da Kinder sich die Welt über die intensive Auseinandersetzung mit ihrer direkten Umwelt aneignen, setzen wir auf Methoden, die alle Sinne ansprechen.

1. Biblische Geschichten lebendig machen (Legearbeiten & Kamishibai)

Statt passiv zuzuhören, werden die Kinder aktiv. Wir nutzen gezielt Medien wie das Kamishibai (Erzähltheater) oder Eglifiguren, um eine Brücke zwischen der biblischen Geschichte und der Lebenswelt der Kinder zu schlagen.

  • Legearbeiten: Mit Tüchern, Naturmaterialien und Figuren gestalten die Kinder gemeinsam mit Erzieher:innen biblische Szenen nach. Sie erfahren Geschichten sinnlich und unmittelbar.
  • Impulsgebende/r sein: Unsere Erzieher:innen geben dabei keine starren Lösungen vor. Wir öffnen bewusst Raum für Fragen, regen Perspektivwechsel an und unterstützen die Kinder in ihrem eigenen Tun.

2. Rituale, die Halt geben

In einer Zeit, in der Familienzeit oft knapper wird, bieten unsere Rituale Verlässlichkeit.

  • Der Adventskranz: Rituale im Alltag helfen, Sensibilität für religiöse Wahrnehmungen zu entwickeln.
  • Plätzchenbacken & Tannenbaum schmücken: Diese Aktivitäten fördern das "Wir-Gefühl". Wir begreifen uns als große Gemeinschaft, die Freundschaft lebt, Miteinander fördert und füreinander Verantwortung übernimmt.
     

3. Gottesdienste und Kooperation

Die Kita ist ein Ort des gelebten Glaubens und fest in die Kirchengemeinde eingebunden. Ob bei der Gestaltung von Wortgottesfeiern oder der Krippenfeier: Kinder erleben aktiv Gemeinschaft und erfahren, dass der Glaube Menschen zusammenführt.

Werte vermitteln: Das größte Geschenk bist du selbst

In der Weihnachtszeit fragen Kinder oft: „War ich brav genug für Geschenke?“ Wir setzen diesem Leistungsgedanken eine andere Botschaft entgegen: Du musst dir Zuneigung nicht verdienen. Unser zentraler Leitsatz lautet: „So wie du bist, bist du gut und von Gott gewollt“. Wir stärken das Selbstvertrauen der Kinder, indem wir uns auf ihre individuellen Stärken und Bedürfnisse konzentrieren, statt auf Defizite. Dieses Urvertrauen ist die Basis für alles Weitere. Denn nur wer sich selbst angenommen fühlt, kann auch anderen offen begegnen. Da Kinder bei uns heute vielfältige Lebenswelten und Kulturen erleben , nutzen wir diese innere Sicherheit, um Toleranz zu fördern und gemeinsam die Werte verschiedener Religionen zu entdecken.

Warum wir Erzieher:innen als "Schatzsucher" und Impulsgeber brauchen

Liebe Eltern, liebe pädagogische Fachkräfte: Diese Arbeit erfordert Fingerspitzengefühl. Wir verstehen uns als aktive Bildungs- und Entwicklungsbegleiter. Das bedeutet keinesfalls, dass wir passiv zuschauen. Im Gegenteil: Wir sind Impulsgeber. Wir bereiten die Umgebung vor, geben bewusst Raum für Fragen und unterstützen die Kinder im Tun. Dabei gilt das Prinzip der kleinstmöglichen Hilfestellung : Wir vermeiden es, vorschnelle Lösungen zu liefern , um dem Kind den Raum für das „Lernen aus erster Hand“ zu schenken. Wir sind der „sichere Hafen“, von dem aus Kinder mutig ihre Welt erkunden können.

Arbeiten bei den Katholischen Kitas Ruhr bedeutet zudem, sich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen – mal zweifelnd, mal begeistert, aber immer authentisch. Wir stärken unsere Teams durch Fortbildungen und spirituelle Angebote, damit sie diese anspruchsvolle Aufgabe erfüllen können.
 

Fazit: Ein Fundament für das ganze Leben

Wenn wir im Advent gemeinsam singen, beten, teilen und warten, tun wir das Wichtigste, was Erziehung leisten kann: Wir statten das Kind mit Urvertrauen aus. Wir geben ihm ein Fundament, um später Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Möchten Sie Teil dieser wertvollen Gemeinschaft werden?

Egal ob Sie einen Ort für Ihr Kind suchen, an dem es bedingungslos angenommen wird, oder ob Sie als Fachkraft Kinder auf ihrem Lebensweg stärken wollen, unsere Türen stehen offen.

Häufig gestellte Fragen

  • Muss ich katholisch sein, um bei den Katholischen Kitas Ruhr zu arbeiten?

    Nicht zwingend, aber die Identifikation mit unseren Werten ist uns wichtig. Wir erwarten, dass Sie sich mit dem Glauben und der Kirche auseinandersetzen und daran interessiert sind. Wir wissen, dass jede Berufsbiografie Phasen hat – auch des Zweifelns. Wichtig ist uns, dass Sie bereit sind, christliche Werte im Alltag mitzuleben und die Kinder auf ihrem Glaubensweg zu begleiten.

  • Muss mein Kind katholisch sein, um eine katholische Kita zu besuchen?

    Nein. Wir leben Offenheit und Toleranz. Kinder erleben bei uns Diversität und lernen, respektvoll mit verschiedenen Religionen und Weltanschauungen umzugehen.

  • Wie gehen Sie mit Kindern um, die nicht an Gott glauben?

    Wir holen jedes Kind dort ab, wo es steht. Unser Ziel ist es, Kindern Angebote zu machen und sie bei der Entwicklung eines eigenen Gottes- oder Weltbildes zu begleiten. Wir akzeptieren im Kontakt mit Kindern immer ein Nein, wo es eine Wahlmöglichkeit gibt.

  • Welche Rolle spielen die Eltern in der Adventszeit?

    Wir sehen uns als Erziehungspartner. Da der Wunsch von Eltern nach Unterstützung zunimmt, bieten wir Kooperationen mit der Gemeinde und Familienberatung an. Eltern sind herzlich eingeladen, Gottesdienste und Feste mitzugestalten.

  • Wie unterscheidet sich die Religionspädagogik bei den Katholischen Kitas Ruhr von anderen?

    Bei uns ist religiöse Bildung kein Sonderbereich, sondern integriert in den Alltag. Wir betonen das "Lernen aus erster Hand" durch sinnliches Erleben (Feste, Bräuche, Natur) und sehen die Erzieher-Kind-Bindung als wichtigste Grundlage

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